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Dienstag, 24. November 2009

Aus dem Leben ...Teil 7




„Oh du Fröhliche…“

Schon bald wird es wieder überall zu hören sein, das „Oh du Fröhliche…“ und wenn ich nur einen Gedanken daran verschwende, dass jetzt wieder die Zeit der künstlich hervorgerufenen positiven Stimmung ansteht, dann sinkt meine Laune unter die in meinem Wohnhaus gerade erst freigewordene Kellerwohnung. Warum das so ist und meine Sicht auf die Dinge könnt ihr hier lesen…

Das sogenannte „Fest der Liebe“ wird von Jahr zu Jahr immer kommerzieller und es geht doch eigentlich nur noch darum, welcher Supermarkt die Schokoladenweihnachtsmännlein als Erster in seinen Regalen platzieren kann. Aber irgendwie sind wir Ottonormalmenschen ja auch selbst schuld, denn in den letzten Jahren muss ja bei uns etwas schiefgelaufen sein und wir haben die Schokorotmützen schon vor dem Ausblasen der ersten Adventskerze gekauft. Die Lebensmittelmärkte haben das natürlich registriert und stellen ihre Weihnachtsware nun schon am Ende des Sommers in die Regale. Böse Zungen meinen sogar, dass es in den nächsten Jahren bald das ganze Jahr über Weihnachtsgebäck und Co. geben wird. Ich übrigens auch.

Aber nicht nur der Kommerz bestimmt die Weihnachtszeit. Ist euch mal aufgefallen, dass das „Fest der Liebe“ eigentlich „Fest der Lügen“ heißen müsste? Ich find das jedes Jahr auf‘ s Neue übertrieben lustig, wenn sich auf einmal alle lieb haben und so tun, als ob der Erdball nicht die Form einer Kartoffel, sondern eher die Form eines Herzens hat. Menschen die sich das ganze Jahr über bekriegen und an die Gurgel gehen, sitzen gemeinsam auf einem der unzähligen und überfüllten Weihnachtsmärkte und trinken genüsslich Glühwein zusammen. Nach außen wollen sie zeigen, dass sie das Kriegsbeil begraben haben, aber die unausgesprochene Wahrheit ist, dass beide Parteien nur darauf warten bis die Weihnachtszeit vorbei ist und man wieder dem traurigen Alltag, inklusive Streit und Gezanke nachgehen kann.

Ein weiteres Phänomen ist ja auch, dass Familien an Weihnachten immer zu Verwandten fahren. Ich meine, seid doch mal ehrlich, niemand von uns mag das, in einem überfüllten Einfamilienhaus zu sitzen und mit Oma und Opa, oder sogar Uroma und Uropa über vorangegangene Weihnachtsfeste zu fachsimpeln. Wenn wir alle mal tief in uns gehen, ist das Beste, an solch langweiligen Familienveranstaltungen doch, dass man dort ordentliche Nahrung zu sich nehmen und mit mit Geldscheinen gefüllten Knickerbockern wieder Richtung Heimat rollen kann. Die Freude und Begeisterung die man durch die erhaltenen Peseten erlangt hat, verfliegt aber recht schnell wieder nach einem beherzten Besuch der Waage. Diese Waagenbesuche sind generell schlecht an Weihnachten und den Wochen danach. Wissenschaftler raten dringend ab, auf den Winter-Weihnachtsdepressionsauslöser Nummer 1 zu steigen und schlagen vor ihn lieber mal für ein paar Wochen zum eh nicht benutzten, von Großmutter zu Weihnachten geschenkten, Rollkragenpullover zu verstauen.

Ich gebe es ja zu und vielleicht habt ihr es schon gemerkt, Weihnachten ist jetzt nicht unbedingt mein Lieblingsfest. Menschen die ich nicht mag, mag ich auch an Weihnachten nicht. Wenn ich im Sommer Appetit auf Schokolade habe, dann kauf ich mir eine Tafel und keinen Schokoladenweihnachtstypen und zeige somit den Supermarktketten die kalte Schulter und das man das mit mir nicht machen kann, mich einfach zu beeinflussen. Nee, so einer bin ich nicht! Leichtgläubig und beeinflussbar, nicht mit mir! Und auch krauche ich nicht extra zu meinen Großeltern an Weihnachten und mache einen auf glückliche Familie. Ich bin da moderner und lasse mir mein Weihnachtsgeschenk direkt auf mein Konto überweisen. Das erspart mir die Fahrtkosten und überflüssige Gespräche mit Menschen, die ich sonst auch nicht besuchen fahre. Einige von euch werden jetzt wieder sagen „Oh, das ist ja gemein…“, „Das gehört sich nicht…“ und „Wie kann man so sein…?“. Ihr nennt es gemein und dreist, ich nenne es Elstertaktik: Man muss mit wenig Aufwand viel heraus bekommen und dafür sind mir keine Mittel zuwider. Und ich bin ja kein Unmensch. Eine Weihnachts-SMS bekommt jeder meiner Verwandten…aber die verschicke ich aus dem Internet, sonst wird’s zu teuer, versteht sich.

In diesem Sinne: frohes Fest und denkt mal über euer Verhalten nach ;)



s.j.

Kommentare:

  1. Wenn ich ehrlich bin und mal nachdenke, dann hast du vollkommen recht!

    sehr nicely


    -die Caro-

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