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Sonntag, 17. Januar 2010

Aus dem Leben ...Teil 8


Von Cheeseburgern, Blutlachen und René Rechner


Es ist Sonntagfrüh. Gleich springt die Uhr meines Mobiltelefons auf 05:00, ich sitze in einem bekannten Fastfood-Restaurant im Berliner Nobelviertel ‚Schöneweide‘ und genieße meine große Portion Pommes. Diese erinnern mich zwar mehr an Salzstangen, aber es ist wohl nicht die passende Zeit, um sich beim übermüdeten Verkaufspersonal zu beschweren. Schon beim Bestellen der Pommes schaute mich die kleine Bedienung hinter der Theke mit Augen im 16:9-Format an und nickte fast völlig während meiner Bestellung weg. Zum Glück nur fast, denn stellt euch mal vor, die Thekenfrau schläft ein, knallt mit dem Unterkiefer gegen das Pult, liegt bewusstlos auf dem Boden, mitten in einer, durch ihre Platzwunde hervorgerufenen Blutlache. Wenn ich dann die Polizei oder den Krankenwagen rufen müsste, würde mir doch niemand glauben, dass die Gute sich das dank extremer Müdigkeit selbst angetan hat. Nein, hier in Schöneweide glaubt dir das niemand und schon gar nicht, zu dieser Zeit. Das muss eine Straftat gewesen sein…jetzt wo ich genauer drüber nachdenke, schicke ich mal schnell ein Dankesgebet nach oben, dass dieser dumme Zufall nicht eingetreten ist. Naja, zurück zur Geschichte…ich saß da also und aß. Herrlich diese Stille. Kaum diesen Gedanken zu Ende geführt, klatschte die Eingangstür gegen die Wand und eine Meute Jugendlicher, ich tippe mal, dass alle Kinder von Ostdeutschen Hartz-IV Familien waren, stürmte in den Laden. Von jetzt auf gleich war Miss Breitbild, wir erinnern uns, die Kleine hinterm Tresen, wach wie um 12 Uhr mittags und nahm eine Bestellung in unvorstellbarer Größe entgegen. Die Nachwuchsarbeitslosen bestellten 35 Cheeseburger und der Längste unter den Jugendlichen grölte „das macht 35€“. Seine Kollegen schauten ihn verdutzt an, da war mir klar, das muss das Genie der Clique sein. Aber was mich noch mehr faszinierte als der lange René Rechner, waren 2 Dinge. Zum Einen, die Tatsache, dass diese Typen sich das leisten konnten und zum Anderen, dass diese 15 Menschen so viele Burger in der Nacht essen wollten. Die Erklärung für letzteres Phänomen bekam ich auch prompt geliefert. Da sich René Rechner und seine 14 Räuber direkt gegenüber von mir platzierten und eine schon im Gangbunker vorbereitete Strichliste aus dem Hut zauberten. Die wollten ein Cheeseburger-Wettfressen machen! Die Meute teilte sich in zwei Gruppen, die 5 Kandidaten und die 10 Supporter. Mittlerweile waren meine Pommes leer, doch ich konnte nicht verschwinden, wollte unbedingt sehen wer das Ding zieht. Die Regeln waren einfach, wurden ja auch von einfachgestrickten Menschen aufgestellt und so wusste ich gleich, wie der Hase läuft und worauf es ankam. Mittlerweile gesellten sich Miss Breitbild und ihr ebenfalls wieder wachgewordener Kollege neben mich und begutachteten das muntere Treiben. Das war mal was Neues, was vorher noch nie Dagewesenes, zumindest nicht um diese Uhrzeit. Die Veranstaltung wurde auf 3 Minuten begrenzt, wer also würde es schaffen mehr Käse-Burger in sich reinzustopfen? Geklärt wurde diese Frage nicht, denn René Rechner und Marcel Magersucht verdrückten jeweils 7 dieser Dinger! Die anderen 3 schafften 5, was jetzt auch nicht so verkehrt war. Jedenfalls waren die 10 Supporter plus die 2 Arbeitskräfte vom Fach plus meine Wenigkeit völlig aus dem Häuschen. Die 2 Burgerbrater sponserten den beiden Siegern dann noch kleine Plastikspielzeuge aus der neusten Juniortüte, oh pardon, aus dem Kindermenü und auch die restlichen 3 Teilnehmer gingen nicht leer aus, denn diese erhielten Luftballons am Stiel. So waren alle Menschen glücklich und zufrieden, die Zuschauer, weil wir einen spannenden und seltendämlichen Wettkampf gesehen haben und die Kontrahenten, weil sie jeder was zum Spielen bekommen haben. Ich bin mir seit diesem Morgen sicher, dass ich bei meinen Pommes bleibe, auch wenn die wie Salzstangen schmecken, weil das war eklig mit den Burgern. Also genau das Richtige für Assi-TV, aber die senden ja wie schon festgestellt (früherer Artikel; d. Red.) nur nachmittags und nicht in der Nacht. Obwohl, das wär’s doch. Ich hab eine Marktlücke entdeckt. Assi-TV-Live! Eine echte Live-Übertragung von solchen Wettbewerben. Das wär doch mal geil! Aber das besprechen wir nächstes Mal, das wird jetzt zu viel…ich gebe ab, an alle angeschlossenen Funkhäuser. Gute Nacht.

S.J.

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