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Montag, 22. Februar 2010

Brüderchen unterwegs in der großen, weiten Welt ...Teil 3

Heute schreibt er mal selbst und ich halte micht zurück:


"Vor 1500 Zuschauern gegen den Meisterschaftsfavouriten..."

Eine Woche bin ich nun in Windhoek/Namibia und konnte mir schon die ersten 
sportlichen und menschlichen Eindrücke von diesem Land machen.
Sportlich gesehen kann man sagen, dass der Sport-Klub Windhoek
wirklich in
der gesamten Nachwuchsabteilung
einige Talente in seinen Reihen besitzt,
die allemal konkurrenzfähig in
einem deutschen Nachwuchsleistungzentrum wären
und sind.
In den vergangenen sechs Tagen durchlief ich in der SKW-
Jugendakademie
von der U7 bis zur 2. Männermannschaft alle Altersklassen
und konnte das
namibische Niveau mit dem in Deutschland vergleichen.
Der Sport-Klub ist sehr gut strukturiert und hat ein klares Konzept, um die
Jugend an den Männerfußball heranzuführen oder aber auch Talente in Europa
anzubieten. Jedoch, wie überall in den afrikanischen Ländern, fehlt es an
Geld (um in Trainingsmaterialien zu investieren oder um
Trainergehälter zu zahlen usw.),

um vollends das fußballerische Potenzial hier auszuschöpfen.
Seit vergangenen Montag bin ich neben meinen Tätigkeiten als
Koordinator und Spieler auch an der Delta-Schule in Windhoek als
einziger männlicher Sportlehrer für die 1.-7.Klassen angestellt.
In dieser Schule werden noch Werte, wie Respekt, Hilfsbereitschaft
und Toleranz von Schwarz und Weiß vermittelt. Alle 600 Schüler, ob
Mädchen oder Jungs müssen eine Schuluniform tragen.
Die Gesellschaft in Namibia ist nicht einfach, so ist es normal,
dass man hier auf den Straßen auf der linken Seite fährt, jede
politische Einrichtung, ob Botschaften, Schulen, Ministerien,
Einkaufsmärkte oder auch Sportanlagen mit Gewehren bewaffneten
schwarzen
Polizisten, die ohne Vorwarnung schießen, vor dem
Gebäude ausgestattet ist.
Die Aidsrate liegt in dem 2,2 Millionen
Einwohner-Land bei über 40%. Leider
erfährt man hier ganz so
nebenbei, dass wieder in der nächsten Straße,
gleich
um die Ecke wieder ein junges Mädchen oder Frau vergew
altigt
wurde.
Die Kriminalität ist hier sehr hoch, so
dass dir dringlichst geraten wird
keine Wertsachen
etc. im Auto zu lassen.


Am letzten Donnerstag, den 18.02.2010, gab ich als linker
Außenverteidiger mein Startelf-Debüt für den namibischen Erstligisten
in der "Premier League". Vor 1500 Zuschauern durfte ich beim
1:1-Endstand
gegen den Meisterschaftsfavoriten und Tabellenzweiten
Orlando Pirates
90min durchspielen und bekam vom
SKW-Cheftrainer Richard Starke eine
gute Leistung bescheinigt.
Charakteristisch für den namibischen Fußball sind,
Zweikampfhärte,
dass alle Schwarzen eine sehr gute Ballgeschicklichkeit haben
und
außergewöhnliche Ballästheten sind. Das Spieltempo ist auch
relativ hoch.
Einziges Manko ist das taktische Verständnis der Spieler.
So sind die Abstände
der jeweiligen Mannschaftsteile zu groß,
Doppeln ist für sie ebenfalls ein
Fremdwort wie in der Defensive bei
einem langen Ball, das Absichern
(in Dreieckstellung).
Aber auch das Passspiel, aufgrund der fehlerhaften

Fußhaltung, ist oft ungenau und schlampig.
Am nächsten Freitag spielen wir um 20 Uhr im
Sam Nujoma-Stadion gegen die
Civics.
Ansonsten geht es mir gut, auch wenn ich
Deutschland schon ein wenig vermisse,
weil man wirklich erst
aus der Ferne die Perspektive gewinnt, wie gut es uns

eigentlich in Mitteleuropa geht.

Liebe Grüße aus dem 34°C warmen Namibia

Marcus



Einleitung: S.J. Bericht: M.J. Bild: SK Windhoek

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