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Mittwoch, 19. Mai 2010

Aus dem Leben ...Teil 15

Chip-Chip Hurra…

Ich hatte heute endlich mal ein wenig Zeit und dachte mir, mensch Stevi, machst du mal was für deinen Körper, isst du dich mal richtig schön satt. Und genau dieser Gedanke war dann auch der Grund weshalb ich mich um 1815 auf den Weg ins Forum Köpenick gemacht habe. Wer das Forum nicht kennt, der sollte wissen, dass das ein Einkaufszentrum inklusive einer sogenannten „Schlemmer-Oase“ ist, ergo, man kann dort sehr gut speisen…

…nach 12-minütiger Fahrt erreichte ich die Einfahrt des Parkhauses, welche mit mehreren Einfahrtsschranken nebeneinander bestückt ist. An der Decke sind leuchtende Symbole angebracht, die dem einfahrenden Auto zeigen, ob die jeweilige Schranke benutzt (grüner Pfeil) oder nicht benutzt (rotes Kreuz) werden darf. Eigentlich ein idiotensicheres System. Gut, die Erfinder dieses „idiotensicheren Systems“ haben aber eine ähnliche Gruppe nicht bedacht. Nämlich die der Vollhirnis…

...ich erreichte also diese Einfahrt und sah an der ganz rechten Schranke einen weißen Opel Escort, der versuchte wieder rückwärts von der angefahrenen Schranke wegzukommen. Mein erster Gedanke: „Was macht der denn da?“…danach ging mein Blick an die Decke zu den eben angesprochenen Symbolen und es setzte bei mir fast automatisch ein Kopfschütteln ein. Grund, genau: diese Schranke durfte laut rotem Deckenkreuzchen nicht angefahren werden. Schade xD…

…ich bin ja ein netter und zuvorkommender Mensch und deshalb wartete ich ein wenig, so dass, der Typ mit seinem Opel ruhig die nächste Schranke ansteuern konnte, ich ließ ihn also vor. Vor einer funktionierenden Schranke positioniert, kam nun auch ein Arm zum Vorschein, welcher sich durchs Escort-Fenster reckte und versuchte den Park-Chip aus dem kleinen Automaten zu fischen. Bei dem Versuch blieb es allerdings, die Schranke bewegte sich zwar gen Norden, doch der kleine rote Park-Chip gen Süden. Anders gesagt: Die Schranke öffnete sich, der Chip fiel zu Boden. Die Tür des Opel-Fahrers öffnete sich und es stieg eine Person aus dem Auto. Naja, die Person ist am besten mit dem Spruch „Ziehst du Arm und Beine ein, könntest eine Kugel sein“ zu beschreiben. Ganz klarer Fall, dachte ich mir, das ist ein bepackter Kerl, Marke Ex-Sumo. Weil auch ich langsam ungeduldig und extrem hungrig wurde, stieß ich ausversehen und ein bisschen zu laut, einen nicht wirklich netten Satz aus. „Man Typ, kannst du nicht woanders doof sein?“…noch ehe ich bemerkte, dass ich bereits mein Autofenster für das bevorstehende Park-Chip-Prozedere unten hatte, guckte mich die Person extrem aggressiv an und ich erkannte, dass ich mit dem Satz zwei Fehler mit einmal gemacht habe. Zum einen darf man natürlich nicht solche gemeinen Sachen sagen und zum anderen, der Typ war eine Typin, also ein Frau. Woran ich das auf einmal erkannte? Naja, glaube nicht, dass Kerle Nikkis (T-Shirts) mit der Aufschrift „Dramaqueen“ tragen…oh man, war mir das unangenehm, aber sie ging damit sehr routiniert um. Scheint die Gute ja schön öfter gehört zu haben. Würde mir persönlich ja zu denken geben, aber ok, ist nicht mein Problem…

…nachdem die korpulente Dame nach gefühlten 11h endlich ihr Schranken-Stadl beendet hatte, war der Weg frei für mich. Bei mir klappte das Chipnehmen, auf Anhieb…will ja jetzt nicht wieder das Thema „Männer und Frauen“ aufgreifen, doch ich möchte noch einmal ins Gedächtnis rufen, dass es eine Frau war, die eine gesperrte Schranke ansteuerte und das es ebenfalls eine Frau war, die zu dusselig war einen Park-Chip in Empfang zu nehmen…

...nun gut!

ABENDBROT: Gericht Nummer 93 bei „Pizza und Pasta“ in der Schlemmer Oase.

…Nach meinem sehr leckeren und ausgedehnten Abendbrot schlenderte ich zum Parkhaus zurück. Den Weg dorthin nutzte ich schon um das nötige Kleingeld für den Parkhaus-Chip-Entwertungsautomaten rauszusuchen. 30 Cent. Bupp. Hatte ich passend. Dann kam ich zum Automaten. Vor mir war nur noch eine Frau mittleren Alters, die ebenfalls 30 Cent in den Automaten für ihren Park-Chip drücken musste. Die Gute Frau durchsuchte in ihrer Geldbörse das Fach mit den Geldstückchen, es klimperte, als wenn Onkel Dagobert in seinen Geldspeicher hüpft. Sie hatte also reichlich Kleingeld dabei. Doch plötzlich hörte man von ihr ein „Ahhh, hätte ich ja fast vergessen“ und sie zog einen 50€-Schein aus ihrer Jackentasche, welchen sie dann in den Automaten drückte. Richtig, die Frau bezahlte 30 Cent mit einem 50€-Schein! Der Automat spuckte unendlich viele Münzen Wechselgeld aus und während Madame „Ich-war-auch-schon-mal-schneller“ die Taler einsammelte und in einen kleinen Beutel bugsierte, fragte ich sie, warum sie keinen 100€-Schein da rein geprügelt hat, dann könnte ich nämlich hier übernachten, weil ich es dann heut nicht mehr schaffen würde, meinen Chip zu bezahlen. So muss ich heute noch mitten in der Nacht die 7 Kilometer fahren. Was sie mir darauf antwortete war der absolute Hammer. „Ich habe mir vorgenommen den Schein heute klein zu machen und das mach ich jetzt!“ …so kackendreist war die Gute. Ich sagte nur noch kurz und trocken „Weitermachen“ und wartete noch 10 weitere Minuten bis ich endlich an den Automaten und meinen Chip bezahlen durfte. Danach schwang ich mich in mein Auto und rollte mit reichlicher Verzögerung Richtung meiner Bleibe. Festzuhalten bleibt, dass ich 1,5h für Hin-und Rückfahrt, sowie Essenaufnahme eingeplant hatte, das ganze Spektakel aber durch unsere lieben, weiblichen Erdmitbewohnerinnen auf fast 2,5h ausgedehnt wurde…aber okay, in der Ruhe liegt bekanntlich die Kraft.

Text: S.J.

Bild: Web

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