Mainpage

Montag, 3. Mai 2010

Brüderchen unterwegs in der großen, weiten Welt ...Teil 13

Sport Klub missglückt Revanche

Windhoek – Am Freitagabend unterlag der Sport Klub Windhoek (SKW)
im Leo-NFA-Pokalviertelfinale im ausverkauften Khomasdal-Stadion
gegen den amtierenden namibischen Meister African Stars mit 0:1.

Dem Sport Klub Windhoek missglückt in einer packenden Partie die
Revanche für das vor zwei Wochen zurückliegende Meisterschaftsspiel
gegen den Rekordmeister Namibias. Schon vor vierzehn Tagen spielte
man mit dem Primus der Liga auf Augenhöhe und zog mit 1:0 den
Kürzeren.Im Vorfeld des Pokalviertelfinalspiels wurden vom
Namibischen Fußball-Verband(NFA) einige Sicherheitsregelungen
getroffen und man versuchte das Risiko von Gewaltausschreitungen
weitestgehend zu minimieren, was der NFA erfolgreich gelungen ist.
Die Gäste bekannt, als größter Zuschauermagnet der Premier League,
mussten sich mit dem SKW ein begrenztes Kartenkontingent teilen,
so dass für beide Fanlager insgesamt 2000 Karten in den freien
Verkauf gingen. Aber auch rund um das Stadion war man auf Seiten
der Polizei und der NFA bestens vorbereitet, errichtete Pufferzonen
für den Einlass der Fans und war man mit ausreichend Sicherheitspersonal
vor Ort. Auf dem Papier versprach die Begegnung zwischen dem größten
Fußballklub und dem siebenmaligen namibischen Meister ein qualitativ
hochwertiges Spiel zu werden und es hielt, was es versprach. Die
„Samba Boys“ traten nach einem am letzten Freitag gelungenen Härtetest
gegen den zweiten der ersten namibischen Liga Orlando Pirates (1:0),
mit breiter Brust an und sind mit dem Sieg über den Tabellennachbarn
auf dem besten Wege den 8. Meisterschaftstitel einzufahren.
Bei den Kleeblättern des SKW fiel auf Grund organisatorischer
Defizite des Nationalen Fußballverbandes in der vergangenen
Woche als einziges Team der Premier League das Meisterschaftsspiel
bei United Stars Rundu aus und mussten sich ohne Bewährungsprobe
auf den Pokalfight vorbereiten. In den ersten Minuten schienen sich
beide Mannschaften um den Ernst der Lage bewusst zu sein und
agierten mit aggressiver Zweikampfhärte. Auf einem mehr
als schlechten Rasenplatz, der in einigen Ecken pfützentief
unter Wasser stand, kamen die Gäste etwas besser zurecht und
schnürten den SKW in dessen eigener Hälfte regelrecht ein. Nach
einem langen Ball aus der Abwehrreihe der Grün-Weißen, einem
verlorenen Kopfballduell im Sturmzentrum sowie im Mittelfeld als
zweiter Sieger im Kampf um den berühmten „zweiten Ball“
entstand durch Rudi Louw das 1:0 für die Stars-Elf in der
10.Spielminute. Es wirkte als hätte der Olympia-Klub den frühen
Rückstand als Wachruf gebraucht. Sichtlich engagierter und mit
einigen gefährlichen Angriffszügen wehrte sich nun fortan der
Tabellen-7. der Namibia Premier League (NPL). Durch sicheres und
präzises Passspiel sowie sehenswerten Fernschüssen von
Barnes Lisaku (16.), Chapo Milton (22.) und Jojo Kapaama (33.)
versuchte der SKW das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen.
Der Spitzenreiter der NPL verließ sich nur noch auf die Defensivarbeit
und wurde fast noch kurz vor der Halbzeitpause durch einen
platzierten Freistoß (44.) vom SKW-Defensivspezialisten Warren
Neidel bestraft. In der zweiten Hälfte waren die Gäste dann
wieder das Ton angebene Team, sorgten durch einstudierte
Standardsituationen im und um den SKW-Strafraum für große Gefahr.
Der Sport Klub versuchte sich mehr und mehr von der
Umklammerung der „Stars“ zu befreien und verlegte sein
Spiel auf die Flügel. Edwin Korukuwe vom SKW setzte sich mit einem
nennenswerten Flankenlauf (67.) über rechts durch, fand jedoch
in der Mitte keinen entsprechenden Abnehmer. African Stars mit
vielen Nationalspielern besetzt, blieb mit seinen pfeilschnellen
und beweglichen Angreifern
durch gefährliche Konter stets unberechenbar. Doch die starke
Abwehrkette des Sport Klub mit Ralph Ellinger, dem Deutschen Marcus
Jahn und Warren Neidel waren auf der Hut und hielten ihre Mannschaft
im Rennen um den Einzug ins Halbfinale. Der SKW setzte alles auf eine
Karte, brachte mit dem langen Günther von Hundelshausen einen
kopfballstarken Defensivallrounder für das Sturmzentrum
und wurde mit dem Schachzug beinahe belohnt. Von Hundelshausen
leitete einen hohen weiten Ball im Gäste-Strafraum zu Gustarv Isaak
weiter, letzterer jedoch vertendelte kläglich, anstatt sich auf das
Einfache im Fußball zu besinnen und den Ball mit der Innenseite ins
leere Tor einzuschieben. Der Rekordmeister rettete seinen 1:0-Vorsprung
über die Zeit und bescherte dem Sport Klub Windhoek das erstmalige
Ausscheiden im Viertelfinale des Leo-NFA-Cups seit dem Aufstieg in
Namibias höchster Spielklasse. Der Spitzenreiter African Stars zieht
damit in die Runde der letzten Vier ein und hält sich damit alle
Türen offen, um den Gewinn des nationalen „Doubles“. Verabschieden
müssen sich die „Kleeblätter“ mit einer engagierten Leistung
unglücklich vorzeitig aus dem Pokalwettbewerb. Für den SKW geht es
jetzt nur noch in der Liga mit noch drei ausstehenden Spielen um eine
aus Sicht der Grün-Weißen enttäuschenden und durchwachsenen Saison
doch noch mit dem Erreichen des 4.Tabellenplatzes versöhnlich
abzuschließen.
Verkraften muss der Sport Klub Windhoek den Abgang seines
ehemaligen
deutschen Junioren-Nationalspielers Marcus Jahn. Der 24-Jährige
wird wieder in den nächsten Tagen sein Studium der Sportwissenschaft
in der Endphase in Mainz aufnehmen. Jahn kann sich vorstellen wieder
nach Namibia zurückzukehren. „Es war eine schöne und lehrreiche Zeit.
Mit einigen Trainerkollegen konnte ich freundschaftliche Beziehungen
schließen und gehe schon mit einem weinenden Auge. Ich wurde sehr
herzlich aufgenommen, familiär umsorgt und bin dem SKW für sein
Vertrauen sowie seine Gastfreundschaft zu großem Dank verpflichtet,“
erzählt ein wehmütiger Jahn. Aus Kreisen der SKW-Verantwortlichen
hört man hinter vorgehaltener Hand, dass man mit der Arbeit des
Deutschen sehr zufrieden war und den UEFA-Lizenzinhaber noch in
diesem Jahr wieder einfliegen lassen und mit ihm langfristig
zusammenarbeiten möchte. „Von der SKW-Seite hat man mir
signalisiert, dass man gern mit mir über drei Monate hinaus
planen möchte. Momentane Priorität hat aber nach meiner Ankunft
in Deutschland der erfolgreiche Abschluss des Sommersemesters in
der Universität und danach sehen wir weiter,“ so der zielstrebige
Marcus Jahn über seine universitären Verpflichtungen in der Heimat.

Für den SKW kamen zum Einsatz: Herman Januarie - Silver Zemburuka,
Ralph Ellinger, Warren Neidel, Marcus Jahn - Edwin Korukuwe,
Barnes Lisaku, Jojo Kapaama/65. Ronny Hochobeb, Gustarv Isaak/87.
Günther von Hundelshausen - Milton Chapo, Rene Traut/57. Zino Buys.
 
 



Bilder und Text: SKW

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen