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Donnerstag, 2. September 2010

Aus dem Leben ...Teil 19

Die gelbe Hässlichkeit

Leute, wir müssen nochmal drüber reden…nein, ich will jetzt hier nicht alten Käse nochmal ins Schaufenster packen, aber das Thema ist ständig überall anzutreffen. Heute zum Beispiel fuhr ich mit dem Auto auf einer stinknormalen, einspurigen Straße, die durch Berlin führte. Dachte mir: „Stadt, normale Vorfahrtsstraße, Tempo 50 ist erlaubt, legste mal die Geschwindigkeit ein bisschen offensiver aus, fährste 65. Gibt keine Punkte.“ So weit, so gut. Plötzlich kam, aus einer der Nebenstraßen, ein knallgelber Renault Twingo geschossen und platzierte sich rotzfrech vor meiner schwarzen Volkswagen Limousine. Ist ja nicht so, dass hinter mir alles frei gewesen ist und dieses kleine, französische Matchbox-Auto sich bequem hinter mir hätte einordnen können. Nein, das wär ja Quatsch gewesen. Nun gut, „so wurden wenigstens meine Bremsen und mein Sicherheitsgurt aufs Extremste getestet“, dachte ich mir und Fluchte nur kurzzeitig über den Vorfall. Dann aber bemerkte ich, dass dieses hässliche, gelbe Entlein vor mir komplett das Tempo rausnahm und nicht einmal die vorgegebene Geschwindigkeit erreichte, sondern es schaffte, dass diese sensationell deutlich unterboten wurde. Mein überragend heraus gefahrender Vorsprung auf die hinter mir fahrenden Fahrzeuge war somit auch dahin. 38394 Autos tuckelten nun dieser gelben Hässlichkeit hinterher. Und das ist ja noch nicht alles, das Ding wurde ja immer langsamer, dachte erst, dass dem Vieh der Treibstoff ausginge. Dem war dann aber nicht so, denn plötzlich warf die Fahrerin (…und da sind wir beim Thema) einen Anker raus, mit dem sie damals mit 100%iger Sicherheit verhindert hätte, dass die Titanic gegen den Eisberg knallt und absäuft. Von jetzt auf gleich, innerhalb von 0,00000000001 Sekunden stand der Twingo auf der Straße, als ob jemand die Reifen des ‚Geschosses‘ mit Pattex eingeschmiert hätte. Der Autocorso dahinter, welcher von mir angeführt wurde, konnte gerade noch reagieren und die Karawane konnte gestoppt werden. Sekunden verstrichen. Autos hupten. Männer fluchten. Auf einmal setzte sich der Renault wieder in Bewegung und schleppte sich mit letzter Kraft runter von der Straße. Natürlich ohne zu blinken und natürlich nicht komplett. Die Hälfte des guten Stückes stand immer noch auf der Fahrbahn und musste von mir und dem nachfolgenden Verkehr umkurvt werden. Was, wie ihr euch sicher vorstellen könnt, mit Begleitung eines regelrechten Hupkonzertes geschah. Aber jetzt kommt der eigentliche Höhepunkt. Als ich meinen Golf an dem gelben Stördings vorbeilenkte, wollte ich der guten Dame mit einem aggressiven Blick mitteilen, dass sie eine extrem hohle Frucht sei. Doch das bekam die Twingo-Pilotin gar nicht mit, denn die begann sich zu schminken, im Spiegel ihrer Sonnenschutzblende. Da frage ich mich echt, was in so einem Menschen, oder besser, was in einer Frau vorgehen muss, um so eine Aktion durchzuziehen? Ich meine dieser ganze Auftritt war ja von hinten bis vorne völlig kacke…aber ok, wie meinte mein guter Freund Mario Barth? „Frauen – Mann, muss sie lieben!“


S.J.

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