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Donnerstag, 23. Juni 2011

Deutschland und die Welt...Teil 11

Ich in Not…

An einem Donnerstagnachmittag im Juni sitze ich also zu Hause und verbringe meine kostbare Urlaubszeit damit meine Hausverwaltung anzurufen und ihr verbal meine Meinung zu geigen, wie unfähig und inkompetent sie doch ist. Ich wohne mittlerweile seit genau zwölf Monaten in meiner Wohnung und  seitdem haben diese Knüppel der Hausverwaltung es noch nicht geschafft die kaputte Telefonleitung samt Steckdose zu reparieren. Ok, alles kein Problem, habe mich nie beschwert. Warum auch? Brauchte keinen Telefonanschluss, hab ja ein Eierphone. Bis gestern. Gestern Morgen war nämlich Marcel da. Marcel ist Techniker der Firma mit dem großen rosafarbenen T. Ein sympathischer Mann. Nicht weil er kaputter aussah wie ich, obwohl ich nur 2h geschlafen hatte, nein,  er war mir sympathisch, weil er mir mein neues Hochgeschwindigkeitsinternet von Frau Alice freischalten sollte/ wollte/ durfte. Da war es mir auch egal, dass Celle schon um 08:54 Uhr auf der Matte stand und mich aus meinem zu kurzen Schlaf klingelte. „Dauert nicht lange, ich mach da einmal kurz so, dann gehen wir in den Keller und testen, wie stark das Signal unten ankommt und fertig. Können Se weiterschlafen.“ So begrüßte er mich und wurde mir immer sympathischer. Daraufhin kam er in meine Hütte, machte wie angekündigt ein Mal so und wir stiefelten in den Kerker meines Mietshauses. Irgendwas fummelte er dann aus seiner Hose, sah aus wie…ja genau, wie ein Schraubenzieher. Hielt den an den Telefonkasten. Stille. „Nicht gut. Gar nicht gut. Also zwei Sachen: die eine Sache, Sie könn‘ jetzt wieder schlafen gehen. Die Andere, dit Telefonkabel is kaputt. Können wa keen Internet anschließen, müssen Se mit de Hausverwaltung klären und dann n‘ neuen Termin mit mir machen.“  Jetzt war ich wach. Verabschiedete mich von Celle und stürmte zum Infokasten im Hausflur. Die Nummer der Verwaltung, inklusive Sprechzeiten musste her. Und die haben es in sich. Regte mich vor dem Kasten stehend auf, dass die nur dienstags und donnerstags von 14-18 Uhr Sprechzeiten haben. Sah dann aber die Nummer vom Verwaltungsnotdienst. Dachte mir: ich hab Not, brauche Dienst. Wählte, wartete und sprach dann mit einer jungen Frau dessen Name ich nicht verstand, weil ich ihr gleich ins Wort fiel. „Mein Name ist Jahn.  Seit letztem Sommer. Als ich hier eingezogen bin. Ja, seit da ist die Telefonleitung kaputt und die Steckdose fehlt. Die muss neu und da muss auch ein Deckel drauf. Schnell, weil ich ja schon für Alice bezahle.“ Jetzt in der Nachbetrachtung und beim Niederschreiben des Gesprächs fällt mir auf, dass das gestern Riesensätze von mir waren und ich persönlich hätte als Hausverwaltungsnotdienstfrau am anderen Ende des Telefons ungefähr nichts verstanden. Gut hat die gute Frau mit dem nicht identifizierten Namen wahrscheinlich auch nicht. „Ihre Antwort. Ich gebe es weiter, rufen Sie morgen in der Sprechzeit bei der Frau Pf*** an. Die ist dafür zuständig.“
Und da sitze ich nun. Mit dem Eierphone am Ohr, minütlich die Nummer von Frau Pf*** wählend. Besetzt, immer wieder besetzt. Mittlerweile probier ich die gute Frau seit 3h und 55 Minuten zu erreichen. Höre immer nur das besetzt Zeichen. Schaue auf mein Telefon. Sehe hinter der gewählten Nummer eine 106 stehen. 106 Mal habe ich Versucht meine Hausverwaltung in Person von Frau Pf*** anzurufen und ihr mein Leid zu klagen. Nichts! Ihre Sprechstunde geht jetzt noch genau zwei Minuten. Probiere es ein letztes Mal. Siehe da ich komme durch. Der Ruf geht ab. Jaaaaaaaaaaaaaa. Es meldet sich eine Stimme. „Guten Tag, leider rufen Sie außerhalb unserer Sprechzeiten an. Unsere Sprechzeiten sind…“  „Verdammtes Pack, ich weiß wann eure Sprechzeiten sind!“ schreie ich in den Hörer, was die Stimme vom Band aber herzlich wenig interessiert.

S.J.

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